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Published on Oktober 29th, 2014 | by Thomas Jung

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Spielesteuerung mit Ultraschall-Gesten: Die MLI-Technologie






Die Verwendung von „touchless“-Gesten zur Steuerung von Inhalten auf Smartphones ist nicht neu. Samsung, Apple und Co. bieten bereits eine Gestenerkennung per Kamera an, die es dem Nutzer erlaubt einfache Features wie etwa Screenshots, Scrolling oder die Anrufannahme zu steuern. All diese Features sind jedoch oft beschränkt, da Blickkontakt mit der Kamera eine notwendige Voraussetzung ist, dementsprechend ist das Angebot für Spiele noch sehr gering. Eine auf Ultraschall basierende Alternative kommt jetzt von den Elliptic Labs Studios aus Norwegen und nennt sich MLI-Technologie, was so viel wie Multi-Layer-Interaction bedeutet.

Das Prinzip der MLI-Technologie

Der von den Lautsprechern des Smartphones ausgesendete Ultraschall wird durch Objektive reflektiert und gelangt so als Echo zum Gerät zurück, wo intelligente Algorithmen die empfangenen Signale auswerten. Da Ultraschallwellen sich kugelförmig ausbreiten, ist eine breite räumliche Erfassung gewährleistet. Laut Ellipitic Labs ist die Erfassung von Gesten in einem Umfeld von 180° möglich. Nun können Gesten folglich sowohl unterhalb als auch oberhalb des Smartphones erfolgreich ausgeführt werden. Wirklich interessant wird die MLI-Technologie jedoch erst durch die integrierte Abstandsmessung, wodurch Gesten in unterschiedlichen Abständen zum Gerät ausgeführt werden können und in der jeweiligen Bedienungsebene unterschiedliche Funktionen auslösen. Das können zum Beispiel sein:

  • Eine Doppeltipp-Geste nahe am Handy zum Ein- und Ausschalten
  • Freie Wischbewegungen zum Steuern von Bücher-, Galerie- oder Map-Apps
  • Abruf von Informationen durch Annäherung an das Handy.

Für die Umsetzung in Spielen hat Elliptic Labs ein Beispiel-Programm mit dem Namen Octopush vorgestellt, in dem ein kleiner Tintenfisch durch Multi-Layer-Interaktion gesteuert wird. Durch die Auf- und Abbewegung der Hand wird der niedliche Tintenfisch, wie bei einer Touch-Geste, gepusht und schwimmt nach oben, um beispielsweise diversen Hindernissen auszuweichen. Das Spiel erinnert ein wenig an Flappy-Bird und soll hauptsächlich die Funktionsweise der MLI-Technologie veranschaulichen.

MLI-Technologie: Sinnvolles Feature, oder weiteres Gimmick?

So sehr die neue MLI-Technologie auch begeistert, so fragt sich doch mancher Nutzer, wo die Vorteile gegenüber herkömmlichen Touch-Gesten liegen? Vor allem, wenn der Touch nur noch wenige cm entfernt ist. Sicherlich werden lästige Fingerabdrücke vermieden, dafür wird wahrscheinlich die Akkulaufzeit extra beeinträchtig. Auch wenn der Hersteller diesbezüglich einen geringen Verbrauch bewirbt, so gibt es bisher keine handfesten Zahlen, die dies auch belegen. Von Vorteil ist eine „touchless“-Gestensteuerung sicherlich während der Winterzeit, wenn dicke Handschuhe unverzichtbar werden und der Nutzer sich das lästige An- und Ausziehen ersparen möchte. Es bleibt abzuwarten, welche Anwendungen in der Zukunft mit MLI-Technologie realisiert werden.

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